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Der extremste Camper

From Ricarda | on 7/23/2019

Chrigel Maurer hat zum sechsten Mal das extremste Gleitschirmrennen, das Red Bull X-Alps, gewonnen. Mit dabei war Rocky, der weisse Campingbus, welcher Chrigel während den Wettkampftagen als Werkzeugkiste diente.

Adler von Adelboden

Chrigel Maurer hat sich einen Namen gemacht als Adler von Adelboden. Der Berner Oberländer ist schon früh in die Fussstapfen seines Vaters getreten und hat mit vier Jahren damit begonnen die Flügel auszubreiten und Gleitschirm zu fliegen. Bald war der junge Chrigel so erfolgreich, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen konnte. Sein letzter Sieg ist erst wenige Wochen alt. Am 25. Juni 2019 gewann der 36-Jährige zum sechsten Mal das längste Biwakrennen der Welt, das Red Bull X-Alps. Das Abenteuerrennen zählt zu den härtesten der Welt und hat den Ruf als inoffizielle Weltmeisterschaft. Die Wettbewerber müssen sich ausschliesslich zu Fuss und mit dem Gleitschirm einen Weg durch das 1138 Kilometer lange, grösstenteils alpine Gelände von Salzburg nach Monaco bahnen. Die Athleten sind nicht nur körperlich, sondern auch mental extrem gefordert. Jeder der Wettbewerber erarbeitet sich seine eigene Strategie, wie er in möglichst kurzer Zeit von Österreich bis nach Monaco kommt. Chrigel, der das Ziel in nur 9 Tagen und 3 Stunden erreicht hat, betont, dass nicht nur die Schnelligkeit zählt, sondern vor allem Cleverness – Cleverness möglichst wenige Fehler zu begehen.

Foto: © Martin Scheel

Camper als Werkzeugkiste

Während des ganzen Abenteuerrennens mit dabei war Rocky Star. Dabei handelt es sich nicht etwa um den Mentaltrainer von Chrigel oder seinen Gleitschirm – nein, dies ist der Name des weissen Campingbusses mit Hubdach, welchen der erfahrene Gleitschirmflieger über MyCamper gemietet hat. Den Hymer Ayers Rock, welcher während dem Wettkampf von Chrigels Supporter Andy gefahren wurde, bezeichnet er als seine Werkzeugkiste, in der man alles notwendige findet. Nicht nur diente das Fahrzeug als Aufbewahrungsort für das sportliche Equipment des Athleten, sondern es wurde zudem als Schaltzentrale für die Crew und als Schlafplatz genutzt.

Möchtest auch du mit dem Rocky Star auf Reisen gehen?Zum Campingbus

Was der Überflieger bei dem Abenteuer-Race alles erlebt hat und wie das Campen in Extremis mit Rocky Star war, erzählt Chrigel im Interview.

Wie hast du das Red Bull X-Alps 2019 erlebt?

Da es bereits die sechste Teilnahme war, verlief es etwas entspannter. Die Vorfreude und auch die Anspannung waren gross, da dieses Projekt für mich alle 2 Jahre viel Aufwand bedeutet. Die 9 Wettbewerbstage waren jedoch wie Ferien, da alles gut funktionierte und mein Team sowie mein Körper mitmachten.

Wie bereitest du dich auf so ein extremes Rennen vor (körperlich und mental)?

Meinen Körper trainiere ich stetig. In der Vorbereitung auf das X-Alps fokussiere ich mich vermehrt auf Kraft- und Koordinationstraining. Neben dem Training bin ich damit beschäftigt das Material und die Logistik, zu der auch das Team gehört, zusammenzustellen. Wenn alles zusammenpasst, ist es auch für meinen Kopf optimal.

Was war das härteste Erlebnis am X-Alps dieses Jahr?

Hart waren immer die Situationen, welche ich vorab als einfach einschätzte, aber die in der Umsetzung nicht funktionierten. Beispielsweise musste ich wegen starken Abwinden bei der Zugspitze, kurz vor dem Kontrollpunkt Lermoos, nochmals landen. Als Folge davon musste ich zusätzliche 800 Höhenmeter zu Fuss aufsteigen. Diese extra Stunde fühlte sich hart an. Bei diesem Aufstieg wurde mir bewusst, dass das X-Alps weniger ein Wettkampf, sondern ein Abenteuer ist – man kann einfach nicht alles planen...

Wie lange brauchst du um dich nach Abenteuerrennen zu erholen?

Die Müdigkeit ist noch 2-3 Wochen nach dem X-Alps zu spüren, obwohl ich mehr als 10 Stunden pro Nacht schlafe... Körperlich geht es mir diesmal so super wie noch nie. Es ist also keine extra Erholung nötig. Dies freut mich natürlich, denn am 10. Juli möchte ich bei der Eigertour wieder vorne mitmischen können!

Was muss der Camper als dein Reisebegleiter beim X-Alps alles leisten?

Das Fahrzeug ist meine „Werkzeugkiste“. Der Camper beinhaltet das gesamte Material, welches ich und mein Team für den Wettkampf benötigen. Dazu gehören Kleider, Schuhe, Essen und spezifisches Bergsteigerequipment wie Schneeschuhe oder Reparaturmaterial. Diesmal wollten wir einen grösseren Camper mieten, damit man sich bei Regenwetter drinnen aufhalten kann. Es ist praktisch, wenn man an den Tisch sitzen und dabei die Taktik besprechen kann. Natürlich war auch das Schlafen in einem grösseren Bett etwas komfortabler.

War das Büsli eher ein mobiler Schlafsack oder hattest du auch die Gelegenheit darin zu kochen?

Wir, meine Supporter und ich, haben alles im Camper gemacht. Ich habe deshalb auch versucht so zu fliegen, dass ich am Abend immer im Camper übernachten konnte.

Wie kennt dein Supporter Andy, der den Camper fährt, deine Position?

Wir planen jeden Abend so gut es geht. Dann starte ich und vor dem Flug schauen wir nochmals, ob der Plan umsetzbar ist. Von der Luft aus kann ich meinem Team per Voice Message Anweisungen über meine aktuelle Position geben. Grundsätzlich folgen sie mir bis ich wieder auf der Strasse ankomme.

War es problematisch mit dem Büsli “wild” zu campen?

Diesmal hatten wir keine Probleme. Manchmal übernachteten wir auf Campingplätzen oder offiziellen Stellplätzen, welche Andy per App fand. Früher wurden wir öfters von der Polizei aufgesucht. Eigentlich hätten wir den Camper dann umplatzieren müssen. Da dies gegen die Regeln des Wettkampfs verstösst, war es dann ok.

Wieso hast du dich bei der Miete für MyCamper entschieden?

Die Suche nach dem perfekten Teamfahrzeug war nicht einfach. Bei MyCamper fand ich einen passenden Camper in der Region Thun. Schlussendlich war es ein sehr praktischer Entscheid!

Mehr zu Chrigel Maurer erfährst du auf seiner offiziellen Homepage